Fachberatung zu Häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt ist eine Form von Gewalt, die überwiegend in den eigenen vier Wänden, im vermeintlich geschützten Rahmen der Ehe, Familie und Partnerschaft ausgeübt wird.

Häusliche Gewalt ist gekennzeichnet dadurch, dass es nicht bei einer einmaligen Gewalthandlung bleibt, sondern immer wieder zu Gewaltausbrüchen kommt.  Gewalt meint nicht nur körperliche Misshandlungen, sondern umfasst jede Form von Zwangsanwendungen, bei denen Macht und Kontrolle immer im Mittelpunkt stehen.

Es werden folgende Formen der Gewalt unterschieden:

Physische/körperliche Gewalt:

Stoßen, schlagen, treten, würgen, fesseln, mit der Waffe bedrohen …

Psychische Gewalt:

Einschüchtern, beleidigen, Drohungen aussprechen, Demütigungen …

Soziale Gewalt:

Jede Form von Außenkontakten verhindern, einsperren, Kinder als Druckmittel benutzen …

Ökonomische/wirtschaftliche Gewalt:

Arbeitsverbot, Zwang zur Arbeit, Geld zuteilen, verweigern oder wegnehmen …

Sexualisierte Gewalt:

Vergewaltigung, gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen nötigen, sie als Sexobjekt behandeln …

 

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, können Sie sich bei uns über ihre Möglichkeiten, sich und ihre Kinder zu schützen informieren. Unabhängig davon, für welche Schritte sie sich entscheiden, versuchen wir, gemeinsam mit Ihnen eine Lösung zu finden.

Schutz für Frauen und deren Kinder bei Häuslicher Gewalt

Seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetztes in 2002 hat die Polizei die Möglichkeit, bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt, den Täter für 10 Tage der Wohnung zu verweisen.

Die Frau hat jetzt die Möglichkeit, in Ruhe zu überlegen, ob sie weitere Schutzmaßnahmen in Anspruch nehmen möchte. Nach dem Gewaltschutzgesetz kann im Eilverfahren die gemeinsam genutzte Wohnung zur alleinigen Nutzung befristete oder dauerhaft beantragt werden, sowie ein Kontakt- und Näherungsverbot.

Außer der häuslichen Umgebung können damit auch der Arbeitsplatz der Partnerin, Kindergarten und Schule der Kinder für ihn Tabu sein. Widersetzt er sich dieser Anordnung macht er sich strafbar.